Energie was ist das eigentlich? Da stellen wir uns mal ganz dumm und sagen die kommt aus der Steckdose. Offensichtlich war das der Kenntnisstand den die Abgeordneten der Rot-Grünen Bundesregierung hatten, als sie das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) ins Leben riefen.

Der Ausgangspunkt ist durchaus nachvollziehbar. Fossile Brennstoffe werden irgendwann zur Neige gehen und mit der Nukleartechnik gibt es Probleme mit der sicheren Verwahrung des Atommülls. Gegen eine Förderung von gewünschten Technologien ist ebenfalls grundsätzlich nichts einzuwenden. Was dann allerdings als EEG die Welt erblickte, kann man nur mit viel gutem Willen als handwerklich schlecht bezeichnen. Wir sollten bei der folgenden Betrachtung mal ein paar historische Fakten im Hinterkopf behalten:

Dieselben Politiker haben die Öko-Abgabe auf Kraftstoffe erlassen. Dies macht Erwerbsarbeit deutlich teuerer, die Shoppingtour in die City hat es nicht eingeschränkt und nämliche Politiker prügeln mit schöner Regelmäßigkeit wegen der hohen Spritpreise auf die Mineralölkonzerne ein. Vater Staat ist mit seiner Fiskalpolitik an jedem Liter Sprit mit über 60% beteiligt.

Dann bestimmt man das Biosprit beigemischt wird. Verteuert den Sprit noch einmal und führt nebenbei dazu, dass in gewissen Regionen der Welt nicht mehr genügend Nahrungsmittel erzeugt werden.

Diese „Trial and never corrected error“ Politiker lässt man also auf unsere Energieversorgung los. Es sei noch anzumerken, dass Energie heute wichtiger ist denn je, denn alles ist mittlerweile miteinander vernetzt. Völlig befreit von einer gewissen Grundlagenkenntnis entscheidet man dann also erneuerbare Energien zu fördern. Der Horizont des durchschnittlichen Politikers geht dann immerhin so weit, dass die meisten schon mal was von Solarenergie und Windkraft gehört haben. Über die Stabilität von Leitungsnetzen, zuschaltbare Kapazität und vor allem Stromspeicher hat man offensichtlich noch nie etwas gehört. Ein Problem ist natürlich, dass die Kassen wie immer irgendwie leer sind. Ergebnis, alle Verbraucher zahlen das. Alle Verbaucher? Nein, diejenigen welche eine entsprechende Lobby haben, können sich davon befreien lassen. Was bei einem Hüttenwerk für Aluminiumgewinnung noch durchaus Sinn macht, bekommt deutlich Schlagseite wenn auch Golfclubs zu energieintensiven Unternehmen erklärt werden können.

Nun zu den bisher geförderten Trägern dieser so genannten Energiewende:

Windkraft ist nun einmal nicht planbar. Mal zu Gunsten der Windanlagen angenommen, sie erwirtschaften mittlerweile wenigstens ein unentschieden in der Lebenszeitenergiebilanz, ist Deutschland abseits der Städte schon flächendeckend mit Windparks überfrachtet. Neuestes Argument der Windkraftlobby: Man muss nur eine lichte Bauhöhe von 200m erreichen, da würde man eigentlich immer Wind haben.  Mit den Argumenten kontra Windkraftanlagen kann man mittlerweile Bibliotheken füllen. Energietechnisch zählt allerdings das eine, nämlich das sie nicht verlässlich und planbar Energie erzeugen.

 

Solarenergie:
Solarenergie wiederum hat das Problem, dass sie nur funktioniert solange Sonne auf den Kollektor scheint. Jede sich dazwischen schiebende Wolke ändert also die Stromproduktion augenblicklich. Wenn es dunkel wird gibt es logischerweise gar keinen Strom. Die Effizienz dieser Anlagen ist das andere Problem. Solaranlagen auf dem derzeitigen technischen Standard liefern nicht besonders viel Strom. Selbst in Dauersonnenscheinländern wie Saudi Arabien zieht Siemens sich derzeit aus dem Photovoltaikgeschäft zurück. Es scheint also nicht einmal in sonnendurchfluteter Wüste wirtschaftlich sinnvoll zu sein.

Wenn man dazu nun noch in Betracht zieht, dass alle diese Anlagen jederzeit unberechenbare Mengen an Strom ins Netz speisen, weiß man das die Netzbetreiber keine Fans dieser Energieformen sind und das aus nachvollziehbaren Gründen. Jede dieser Leistungsschwankungen muss nämlich sofort aufgefangen werden. Die Drehzahlanzeige einer normalen Kraftwerksturbine ähnelt derzeit eher einer Erdbebengrafik. Dies führt im übrigen in der Folge zu einer deutlichen Lebenszeitminderung der mechanischen Anteile einer solchen Anlage. Eine grundsätzlich verschwiegene Tatsache der Propagandisten des EEG ist, dass die schlechten Kraftwerke im Hintergrund auf Basislast immer mitlaufen müssen um diese Netzschwankungen auffangen zu können. Daher auch die Mär, dass wir zu viel Strom erzeugen. Punktuell ist das zwar korrekt, aber ein Kraftwerk anzufahren oder abzuschalten dauert je nach Bauart Tage. Leitungsverluste in Überlandleitungen und die simplen Tatsache, dass Strom derzeit nicht in brauchbaren Mengen abrufbar Speicherbar ist, kommt noch hinzu.

Mit all diesen Dingen könnte man noch leben, wenn wenigstens die Finanzierung dieser Förderung mit gesundem Menschenverstand geregelt worden wäre. Grundlegende politische Forderung für die Förderung gesellschaftlich gewünschter Energieformen muss sein, dass ein Betrag X in den Haushalt gestellt wird und der dann über die entsprechenden Fördermaßnahmen abgerufen werden kann bis er ausgeschöpft ist. Wenn nach einer Förderzeit von 5 – 10 Jahren keine wirtschaftlich selbst tragende Industrie um solche Wirtschaftszweige gewachsen ist, sind ist die Fördermittel einzustellen.

Derzeit passiert aber folgendes:
Ich als Hausbesitzer lasse mir Geld geben um ein Solardach auf das Haus zu bauen, dann erhalte ich dazu noch einen garantierten Einspeisetarif. Zahlen darf diesen Segen dann der Hartz IV Empfänger über seine Stromrechnung. Schon jetzt stürzt dieses Gesetz tausende von Haushalten in Existenznöte. Bei den zu erwartenden Strompreiserhöhungen dank dieses Gesetzes, wird dieses Problem in naher Zukunft potenziert. Im Gegensatz zu den Heizkosten muss der Leistungsempfänger Strom von seinem Regelsatz zahlen. Das bedeutet aber auch gerade für Haushalte, die mit ihrem Einkommen derzeit noch so eben über die Runden kommen, dass sie bei den entsprechenden Ämtern keine Begründung für eine Gehaltsaufstockung geltend machen können. Da wird lapidar angemerkt man könne ja sparen.

Gesellschaftlich verantwortungsbewusste Politik kann daher also nur fordern das EEG in der derzeitigen Form sofort einzustellen. Denn mittlerweile fördern wir auch nicht mehr einheimische Solaranlagen, sondern chinesische. Beide großen deutschen Solaranlagenhersteller haben an der Börse 98% Wertverlust erwirtschaftet. Geschlossene Windparkfonds werden Reihenweise abgeschrieben. Mal wieder Pech für den Kleinsparer, der diese bei der Sparkasse als sichere Geldanlage angedreht bekommen hat.

Anstatt diesen nutz- und sinnlosen Ansatz weiter zu verfolgen bleibt die Forderung den Weg zu den regenerativen Energieformen wie folgt zu beschreiten:

 

Förderung alternativer Energien ja, aber planbar aus dem Bundeshaushalt.

Förderung der Grundlagenforschung für Stromspeichertechnologien.

Gesetzliche Regelung, dass Ladestationen für Elektromobile grundsätzlich nur aus erneuerbaren Energiequellen zu speisen sind.

Umsetzung einer Machbarkeitsstudie der Nutzung von stillgelegten Bergwerksanlagen zur Strom- und Warmwassererzeugung in ein Versuchskraftwerk.
Charmanter Nebeneffekt für das Ruhrgebiet wäre, dass solche Bergwerke gesichert werden müßten und daher die Bergschäden gemindert würden.

Versuchsanlagen mit Strassen aus Solarpaneelen.

Installation von Zähleranlagen welche Leistungsaufnahme und Zeit festhalten und darüber dann eine transparente Abrechnung von Stromverbrauch zu den jeweiligen Strombörsenpreisen.

Stromnetze als strategische nationale Ressource in öffentliche Hand und damit gleichberechtigter Zugang aller Anbieter an das nationale Leitungsnetz.

Dezentralisierung der Stromversorgung und damit zielgerichteter und sinnvoller Mix der örtlich verfügbaren Energieerzeugung.

Europäische Vernetzung und Energiepolitik mit dem Ziel die nukleare Stromerzeugung langfristig in  ganz Europa zu beenden.